Mehr Arbeit heißt NICHT mehr Umsatz – Achtsamkeit und Resilienz im Arbeitsalltag als Virtuelle Assistenz

Interview mit Businessmentorin, Resilienzcoach und Social Media Expertin Gülden Gülaydin

Viele VA’s glauben immer noch, dass sie mehr und härter arbeiten müssen, um ihren Umsatz zu steigern und Erfolg mit ihrem Business zu haben. Das endet leider öfter im Burnout, als es wirklich zu einer Steigerung des Einkommens kommt. 

Vor Kurzem war Gülden Gülaydin bei mir im Podcast zu Gast und hat mit uns geteilt, warum mehr tun nicht mehr bringt, warum Resilienz so wichtig ist und wie du die Balance in deinem Leben findest. Gülden ist Resilienz- und Emotionscoach, Businessmentorin und unterstützt Frauen dabei, in ihrem Online-Business langfristig erfolgreich zu sein, eine Marke aufzubauen und Umsatz zu generieren.

Du erfährst

  • Wie du es schaffst, nicht deine Zeit gegen Geld zu tauschen
  • Was du beim Start in die Virtuelle Assistenz beachten solltest
  • Wie du als VA ein Burnout vermeidest
  • Warum du dich nicht mit anderen vergleichen solltest
  • und wie du resilienter und achtsamer wirst

Warum mehr tun nicht mehr bringt

In vielen Köpfen herrscht der Glaube “Je mehr ich leiste, desto mehr Umsatz kann ich generieren.” Doch das ist ein absoluter Trugschluss. Im Gegenteil: Zu viel tun endet schnell darin, dass man ausbrennt und dadurch für lange Zeit nicht einsetzbar ist oder sogar gar nicht mehr auf den Arbeitsmarkt zurückkehrt. 

Generell solltest du hinterfragen, warum du so sehr auf deinen Umsatz fokussiert bist. Frage dich, was dir wirklich wichtig ist. Ist es nicht viel bedeutender, wenn du gesund und glücklich bist? Natürlich darfst du Geld verdienen, aber wenn du dich nur darauf fokussierst und andere Lebensbereiche dafür in den Hintergrund stellst, wirst du auf lange Sicht unglücklich. Nützt es dir etwas, wenn du Millionär*in bist, du dich aber körperlich so kaputt gemacht hast, dass du krank bist?

Was du beim Start in die Virtuelle Assistenz beachten solltest

Wichtig ist es, dass du so schnell wie möglich aufhörst, Zeit gegen Geld zu tauschen. Nach Stundensatz abzurechnen mag am Anfang am einfachsten sein, doch auf lange Sicht schadet dieses Modell sowohl dir als Virtuelle Assistenz als auch deinen Kund*innen. 

Stattdessen solltest du anfangen, den Wert der Ergebnisse zu verkaufen, die du lieferst. Lege fest, welche Ziele du für deine Kund*innen erreichst und stelle das in Rechnung. Und wenn du dafür kürzer brauchst, als du dachtest, ist das kein Problem, denn Unternehmer*innen geht es in aller Regel um das Ergebnis, das du lieferst und nicht um die genauen Stunden, die du gebraucht hast, um es zu erreichen.

Zudem solltest du dich nicht zu lange vor dem Start in die Selbstständigkeit drücken. Vielleicht hast du das Gefühl, noch nicht genug zu können oder zu wissen und verschiebst es immer wieder, mit deinem Business loszugehen. Dabei ist es am besten, wenn du einfach startest und dich einarbeitest. Durch die Zusammenarbeit mit Kund*innen lernt man oft am meisten. 

Das Tolle an der Virtuellen Assistenz: Du musst nicht erst noch eine Ausbildung machen, sondern kannst dich einfach parallel zu deiner Arbeit fortbilden. Das hat den Vorteil, dass du direkt Erfahrungen in der Praxis sammelst, denn von der Theorie alleine passiert nichts.

So vermeidest du als Virtuelle Assistenz ein Burnout

VAs müssen sich von Anfang an um sich selbst kümmern, um auf lange Sicht nicht auszubrennen. Gerade als Virtuelle Assistenz kann man das Gefühl haben, nie fertig zu werden: Diese E-Mail könnte man noch beantworten, diesen Beitrag posten, … Aber: Du musst nicht jede Zeit effektiv nutzen! Erlaube es dir, dir Zeit für dich zu nehmen und etwas nur für dich selbst zu tun. Erlauben ist hier das Stichwort, denn viele haben unter dem ständigen Leistungsdruck verlernt, sich etwas zu gönnen.

Güldens Rat: “Wir können nicht immer so tun, als ob unser Leben irgendwann später stattfinden würde. Lebe JETZT!”

Nimm dir also genügend Zeit für dich selbst und trage diese Me-Time auch als festen Termin in deinen Kalender ein. Egal ob es ein Buch lesen, dreimal die Woche Sport oder ein Bad nehmen ist, wenn du dir diese Regenerationszeiten nicht einplanst, wirst du nie die Zeit dafür finden. Feste Termine mit Freunden, z.B. gemeinsam kochen oder in den Park gehen, können unheimlich guttun und dich aus dem Alltagstrott herausholen. 

Als Virtuelle Assistenz ist die Verbindung zu anderen Menschen unheimlich wichtig. Wir arbeiten alle digital, deshalb ist es essenziell, echte Begegnungen zu schaffen, auch in den Sozialen Medien. Es steckt ja schon im Namen: Soziale Medien. Es geht darum, sich mit anderen zu verbinden und auszutauschen. Und weniger darum, dich zu verstellen und sich strikt an irgendwelche Pläne zu halten, die andere dir vorgeben, aber gar nicht zu dir passen. Deine Authentizität ist extrem wertvoll: Wenn du wirklich die Probleme deiner Follower*innen erkennst, weißt du viel besser, was die Person braucht und kannst ihr helfen. So verkaufst du authentisch, statt Produkte aufzudrängen.

Auch Bewegung sollte fester Bestandteil deines Alltags sein. Als Virtuelle Assistenz sitzt du fast jeden Tag vor dem Laptop und bewegst dich kaum. Das kann zu Nacken-, Kopf- oder Rückenschmerzen führen und belastet die Augen. Deshalb ist es wichtig, dass du die einen sportlichen Ausgleich schaffst, um dem vorzubeugen.

So wirst du als Virtuelle Assistenz resilienter

Gülden ist überzeugt: “Man wird nur erfolgreich, wenn man lernt, resilient zu sein.”

Aber was ist Resilienz überhaupt? Resilient zu sein bedeutet, dass du dich Herausforderungen stellst, sie verarbeitest und dann wieder in deine ursprüngliche Kraft zurückkehrst. Denn wenn du nicht auf deine Kraft achtest, landest du schnell im Burnout.

Um das von Anfang an zu vermeiden, solltest du lernen, wie du mit Stress umgehst und ihn vermeidest. Stress kann bis zu einem gewissen Level gut verarbeitet werden, aber es kommt darauf an, welche Art von Stress es ist und wie lange er anhält. Kommt dein Stress aus einer Leidenschaft heraus, dann verknüpfst du ihn viel mehr mit Dankbarkeit, Freude und bist froh, etwas Neues erschaffen zu haben. Oder entsteht der Stress aus einem Mangel heraus, z.B. um Geld zu verdienen, weil man das Gefühl hat, man muss etwas tun etc. Diese Art von Stress ist es, die dich ausbrennen lässt.

Ein weiterer Punkt, der zu Stress führen kann, ist, wenn du die Leidenschaft an deinen ursprünglichen Dienstleistungen verlierst, aus Angst, keine Kund*innen mehr zu finden. Hier spielt oft das Bedürfnis nach Sicherheit eine große Rolle, schließlich hast du dich an diese Tätigkeiten schon gewöhnt und weißt, was dich erwartet. Doch dein Portfolio darf und muss sich ändern, du veränderst dich schließlich auch. Du hast es verdient, die Dienstleistungen anzubieten, die dir Freude machen, auch wenn sich das im Laufe deines Lebens ändert.

Erlaube es dir auch, deinen Wert zu erkennen und dafür einzustehen.

Wie du als Virtuelle Assistenz achtsamer wirst

Balance ist immer wieder ein Kampf, aber du musst lernen, Eigenverantwortung zu übernehmen, auch für deine Freizeit. Der Schlüssel ist Achtsamkeit. Je besser du auf dich selbst achtest, desto besser wird es dir auch gelingen, achtsam in deinen Beziehungen mit anderen zu sein. 

Eine gute Methode, um achtsamer zu werden, ist Meditation. Schon 10 oder 15 Minuten am Tag reichen, probiere verschiedene Längen aus, um herauszufinden, was für dich am besten passt. 

Baue Routinen in deinen Alltag ein und verknüpfe sie mit den Dingen, die du sowieso tust. Du kannst z.B. immer, wenn du deinen Tee oder Kaffee kochst, kurz innehalten, durchatmen und dich selbst loben. Einfach mal mit sich selbst zu sprechen und sich ein High Five zu geben klingt zwar im ersten Moment komisch, kann dir aber viel bringen, um dich nicht alleine zu fühlen.

Finde heraus, welche Dinge dir guttun und mache diese öfter!

Warum du dich als Virtuelle Assistenz nicht mit anderen vergleichen solltest

Vergleiche dich nicht mit andern, auch wenn es in den sozialen Medien schwerfallen kann. Nur weil andere Personen erfolgreich sind, heißt das nicht, dass du nicht auch erfolgreich sein kannst! Die einzige Person, mit der du dich vergleichen solltest, bist du selbst. Schau dir bewusst an, wie weit du in den letzten Jahren gekommen bist und wo du im Vergleich zu deinem Ich vor 3 Jahren stehst. Du wirst sehen, wie viel Wachstum du durchlebt hast und wirst motiviert sein, weiterzumachen. 

Reflexion, Erfolge feiern und sich Zeit für dich selbst zu nehmen sind wichtige Bestandteile deines Lebens und sollten nicht zu kurz kommen. Also: Hake deine Erfolge nicht einfach ab und gehe dann zum nächsten To-do, sondern nimm dir bewusst Zeit dafür und sei stolz auf dich!

Außerdem musst du für dich ganz individuell Erfolg definieren. Es müssen nicht immer Zahlen oder Bekanntheitsgrade sein. Wenn du dich nur an deinen Finanzen misst, führt das schnell zu Frustration und Abhängigkeit, denn Zahlen können schwanken. Das hat aber nichts mit deinem Wert oder deinem Business zu tun, sondern gehört einfach dazu. Kann Erfolg nicht auch bedeuten, dass du glücklich und erfüllt bist? Und wenn du nicht dort bist, welche Stellschrauben kannst du verändern, um deinem Ziel näherzukommen? Auch Dinge wie mehr Zeit oder dass du Urlaub machen konntest, zählen als Erfolg!

Und noch einmal: Lebe dein Leben nicht später. Lebe jetzt! 

Ich hoffe, du hast dich durch diese Tipps und Anstöße inspirieren lassen, um dich mehr mit den Themen Achtsamkeit, Resilienz und Stressbewältigung auseinanderzusetzen. Wenn du von Anfang an weißt, wie du am besten mit Stress umgehst, wirst du auf lange Sicht erfolgreicher und brennst nicht aus.

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