Steigst du mit auf? Die Bewegung der Virtuellen Assistenz 

Interview mit VA Mentorin Fidan Güntürkün

Fidan und ich verfolgen dieselbe Mission: Wir unterstützen Frauen dabei, sich ein orts- und zeitunabhängiges Business als Virtuelle Assistenz aufzubauen. Deshalb war es längst überfällig, dass ich sie zu einem Interview einlade. Wir haben unsere jahrelangen Erfahrungen in der Welt der Virtuellen Assistenz zusammengetragen und über Trends, die Entwicklung und Aussichten für VA’s gesprochen. 

Außerdem erfährst du 

  • Welche typischen Anfängerfehler du beim Start als VA vermeiden kannst
  • Wie sich der VA-Markt in den letzten Jahren verändert hat 
  • Wie sich die VA-Welt zukünftig entwickeln könnte 
  • Mit welchen Trends du deine Dienstleistungen anbieten kannst 

So hat sich der VA-Markt in den letzten Jahren verändert

Auch wenn sich in den letzten Jahren schon viel getan hat, steckt die Virtuelle Assistenz in Deutschland nach wie vor in den Kinderschuhen. Es gibt noch so viele Märkte die noch nicht erschlossen sind. Das liegt unter anderem daran, dass viele Menschen die Virtuelle Assistenz noch nicht verstehen und dabei an Alexa oder Siri denken. Viele Unternehmer wissen nichts von der Virtuellen Assistenz und wissen dementsprechend auch nicht, dass sie eine VA brauchen. 

Auch wenn wir das in unserer VA Bubble vielleicht erstmal anders wahrnehmen, da wir sehen wie viele VAs es mittlerweile da draußen gibt. 

Wie wird sich die Selbstständigkeit als Virtuelle Assistenz in Zukunft entwickeln?

Seit Beginn der Pandemie haben viele Konzerne verstanden, dass remote work möglich ist und teilweise viele Vorteile bietet. Dementsprechend werden immer mehr Branchen auf VAs aufmerksam und arbeiten mit ihnen zusammen. Dementsprechend ist da weiterhin ein großer Wachstum in Richtung Selbstständigkeit zu erwarten. Auch die Unterstützung von Selbstständigen für neue Selbstständige wird immer größer und macht die VA Branche interessant. Staatliche Förderung oder die Vorbereitung einer Selbstständigkeit z.B. in der Schule ist leider nach wie vor kaum vorhanden. Es wäre zu wünschen, dass sich das auch in den nächsten Jahren weiterentwickelt! 

Eine weitere Entwicklung in der Welt der Virtuellen Assistenz ist sicherlich eine Veränderung der Werte. Geld muss weiterhin natürlich verdient werden, aber Werte wie Selbstbestimmung werden immer wichtiger. Viele VAs sind VA geworden nicht weil ihr Gehalt vorher im Angestelltenverhältnis nicht gereicht hat, sondern weil sie viel flexibler Arbeiten können, ortsunabhängig, zeitunabhängig. Dadurch lässt sich das VA Business viel besser mit der Vorstellung eines erfüllten Lebens vereinbaren. Das erhöht am Ende die Motivation und führt automatisch zu besseren Ergebnissen in der Kundenarbeit. 

Welche Trends siehst du bei VA-Dienstleistungen in 2022?

Alles was mit Online Marketing zu tun hat, wird weiterhin im Trend sein. Damit meine ich z.B. Social Media Marketing, Werbeanzeigen, SEO, Webdesign etc. Aber auch für alle die sich nicht im Marketing wiederfinden wollen, sind klassische Backoffice Aufgaben immer gebraucht. Mehr und mehr Unternehmer brauchen einfach Unterstützung im Hintergrund. Außerdem wird viel im Bereich Technik und Automatisierung gut laufen, den davor scheuen und grauen sich die meisten Unternehmer. Prinzip verstanden, aber bei der Technik hakt es. Wer kennt das nicht!? 

Welche Anfängerfehler beobachtest du am häufigsten?

Ganz klar: die Zielgruppe wird nicht (ausreichend) definiert. Das führt dazu, dass durch eine allgemeine Ansprache wie “Ich nehme dir Aufgaben ab, damit du dich auf dein Kerngeschäft konzentrieren kannst” am Ende niemanden so richtig angesprochen wird. Das ist einfach nicht konkret genug. Welches Problem soll für den Unternehmer gelöst werden?  

Außerdem gibt es natürlich klassische Mindset-Fallen, in die gerade Anfänger leicht tappen. Sätze wie  “Das machen doch schon so viele Andere”, “Das kann ich nicht anbieten, weil eine befreundete VA das anbietet” usw. liest und hört man leider ständig. Dabei ist das Unsinn. Fidans Rat für VA’s, die Angst vor Mitbewerbern haben bzw. “Konkurrenzdenken” haben: 

Überlege dir mal Gegenbeispiele aus anderen Branchen, zb. BMW würde keine weiteres Auto rausbringen, weil es schon so viele Autos gibt ODER auf dem Wochenmarkt: an mehreren Ständen gibt’s Tomaten, niemand von den Verkäufern würde keine Tomaten anbieten, weil es schon Tomaten an den anderen Ständen gibt. 

Diversität gibt und braucht es in allen Branchen! Als Virtuelle Assistenz geht es neben deinen Hard Skills aka. deinem Angebot eben auch um dich als Persönlichkeit. Um deine Soft Skills, um alles was du als Gesamtpaket mitbringst. Und du bist nunmal einmalig, dementsprechend ist die Angst vor Mitbewerbern völlig unbegründet. 

Das schöne an der Virtuellen Assistenz ist doch genau das – die Gemeinschaft und Vielfalt. Kombiniert lieber eure Superkräfte als euch davon einschüchtern zu lassen! 

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